TIMSS 2007
Wir alle haben Bildung, wurden bis zu gewissem Grade ausgebildet. Schließlich könnten wir sonst gar nicht lesen, einen Computer bedienen oder die Mehrwertsteuer ausrechnen.
Bisher kam Bildung im Gesellschafts Bereich etwas kurz. Das ändert sich hiemit.
http://orf.at/081209-32635/index.html
Mal wieder eine Volksschulstudie, die unerfreuliche, aber im Grunde schon bekannte Ergebnisse liefert.
Vorne weg, die Messbarkeit von (Aus-)Bildung ist immer sehr diskutiert (und diskutabel), eine gewisse Indizwirkung solcher Tests - wenn sie entsprechend durchgeführt werden, wovon ich in diesem Fall ausgehe - ist aber nicht wegzuleugnen.
Zitat:
Die beste und die schlechteste Schule liegen beim Mittelwert in Mathematik um 180 Punkte auseinander - und das "trotz Gesamtschule, einheitlichem Lehrplan, einheitlich ausgebildeten Lehrern und sehr ähnlichen Ressourcen", wie die Experten des österreichischen Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE) feststellen.
Zitat:
In Österreich wurden 2007 an 196 Schulen 325 Klassen getestet, insgesamt nahmen 4.859 Schüler daran teil.
TIMSS 2007, das bedeutet Trends in International Mathematics and Science Study, heißt dieser Test.
Zitat:
Einmal mehr räumen die Experten mit dem Argument auf, der Unterschied zwischen Schulen sei auf den Migrantenanteil zurückzuführen: Rechne man nur die einheimischen Schüler, bleibe der Abstand praktisch gleich, so die Experten - obwohl ein Unterschied zwischen den Durchschnittswerten von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund besteht.
Zitat:
Relativ groß ist die Geschlechterdifferenz in Österreich: Die Buben schneiden in Mathe um 14 Punkte und in Naturwissenschaften um 13 Punkte besser ab als die Mädchen.
Jetzt würden die UngleichmacherInnen wohl auf den Plan gerufen werden und sagen "Blabla, Frauen können halt keine Naturwissenschaft, dafür besser Kinder wickeln", jedoch:
Zitat:
In den ostasiatischen Siegerländern gibt es dagegen kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Unglücklich empfinde ich die Bezeichnung Siegerland. Das ist ja nicht Olympia. Die Siegerinnen und Sieger sind noch am ehesten die gut (aus-)gebildeten Kinder.
Zitat:
Kinder der zweiten Einwanderergeneration (Eltern im Ausland, Kind schon in Österreich geboren) erzielten 477 Punkte. In der Naturwissenschaft sind die Unterschiede noch größer (Einheimische: 538 Punkte, erste Generation: 454, zweite Generation: 476).
Zitat:
Einmal mehr wird der große Einfluss des Elternhauses auf das Abschneiden belegt: In Österreich erreichen Schüler aus Familien mit zumindest 100 Büchern im Haushalt 53 Punkte mehr in Mathe und 63 Punkte mehr in Naturwissenschaft als Kinder aus Familien mit wenigen oder gar keinen Büchern (0-25 Bücher).
Haushalte ohne Bücher. Mir graut bei dem Gedanken.
An der Klassengröße liegt es jedenfalls nicht:
Zitat:
Dabei sind die Rahmenbedingungen in den österreichischen Volksschulen im internationalen Vergleich nicht schlecht: Nur 20 Schüler sitzen im Schnitt in einer Klasse, ähnlich niedrige Zahlen weisen nur noch Italien, Slowenien und Litauen auf.
Alle anderen TIMSS-Staaten haben im Durschnitt höhere Klassenschülerzahlen, einige der leistungsstärksten Länder sogar über 30 (Singapur, Taiwan, Hongkong und Japan).
Am Schluss kommt allerdings raus, dass die Kinder Freude an der Schule haben. Das ist besonders wichtig.
Der Standard - man sollte versuchen, nach Möglichkeit verschiedene Quellen heranzuziehen, wenn man schon zu faul ist, das Original zu lesen - schreibt noch, dass die ö SchülerInnen im Schnitt ein Lernjahr hinter den besten sind. Andrerseits heißt das nichts. Die Lehrpläne sind halt anders, es wird anderes gelehrt oder später. Das muss noch nicht automatisch schlecht sein. Oder, wie ein Poster postet, gibt es in den südostasiatischen Ländern einfach mehr Mathestunden pro Woche.
Zitat:
Österreich gehört mit einem Minus von 26 Punkten neben Tschechien (minus 55 Punkte) zu den einzigen zwei Ländern, bei denen sich die Leistungen "ganz erheblich" verschlechtert haben.
Bisher kam Bildung im Gesellschafts Bereich etwas kurz. Das ändert sich hiemit.
http://orf.at/081209-32635/index.html
Mal wieder eine Volksschulstudie, die unerfreuliche, aber im Grunde schon bekannte Ergebnisse liefert.
Vorne weg, die Messbarkeit von (Aus-)Bildung ist immer sehr diskutiert (und diskutabel), eine gewisse Indizwirkung solcher Tests - wenn sie entsprechend durchgeführt werden, wovon ich in diesem Fall ausgehe - ist aber nicht wegzuleugnen.
Zitat:
Die beste und die schlechteste Schule liegen beim Mittelwert in Mathematik um 180 Punkte auseinander - und das "trotz Gesamtschule, einheitlichem Lehrplan, einheitlich ausgebildeten Lehrern und sehr ähnlichen Ressourcen", wie die Experten des österreichischen Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE) feststellen.
Zitat:
In Österreich wurden 2007 an 196 Schulen 325 Klassen getestet, insgesamt nahmen 4.859 Schüler daran teil.
TIMSS 2007, das bedeutet Trends in International Mathematics and Science Study, heißt dieser Test.
Zitat:
Einmal mehr räumen die Experten mit dem Argument auf, der Unterschied zwischen Schulen sei auf den Migrantenanteil zurückzuführen: Rechne man nur die einheimischen Schüler, bleibe der Abstand praktisch gleich, so die Experten - obwohl ein Unterschied zwischen den Durchschnittswerten von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund besteht.
Zitat:
Relativ groß ist die Geschlechterdifferenz in Österreich: Die Buben schneiden in Mathe um 14 Punkte und in Naturwissenschaften um 13 Punkte besser ab als die Mädchen.
Jetzt würden die UngleichmacherInnen wohl auf den Plan gerufen werden und sagen "Blabla, Frauen können halt keine Naturwissenschaft, dafür besser Kinder wickeln", jedoch:
Zitat:
In den ostasiatischen Siegerländern gibt es dagegen kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Unglücklich empfinde ich die Bezeichnung Siegerland. Das ist ja nicht Olympia. Die Siegerinnen und Sieger sind noch am ehesten die gut (aus-)gebildeten Kinder.
Zitat:
Kinder der zweiten Einwanderergeneration (Eltern im Ausland, Kind schon in Österreich geboren) erzielten 477 Punkte. In der Naturwissenschaft sind die Unterschiede noch größer (Einheimische: 538 Punkte, erste Generation: 454, zweite Generation: 476).
Zitat:
Einmal mehr wird der große Einfluss des Elternhauses auf das Abschneiden belegt: In Österreich erreichen Schüler aus Familien mit zumindest 100 Büchern im Haushalt 53 Punkte mehr in Mathe und 63 Punkte mehr in Naturwissenschaft als Kinder aus Familien mit wenigen oder gar keinen Büchern (0-25 Bücher).
Haushalte ohne Bücher. Mir graut bei dem Gedanken.
An der Klassengröße liegt es jedenfalls nicht:
Zitat:
Dabei sind die Rahmenbedingungen in den österreichischen Volksschulen im internationalen Vergleich nicht schlecht: Nur 20 Schüler sitzen im Schnitt in einer Klasse, ähnlich niedrige Zahlen weisen nur noch Italien, Slowenien und Litauen auf.
Alle anderen TIMSS-Staaten haben im Durschnitt höhere Klassenschülerzahlen, einige der leistungsstärksten Länder sogar über 30 (Singapur, Taiwan, Hongkong und Japan).
Am Schluss kommt allerdings raus, dass die Kinder Freude an der Schule haben. Das ist besonders wichtig.
Der Standard - man sollte versuchen, nach Möglichkeit verschiedene Quellen heranzuziehen, wenn man schon zu faul ist, das Original zu lesen - schreibt noch, dass die ö SchülerInnen im Schnitt ein Lernjahr hinter den besten sind. Andrerseits heißt das nichts. Die Lehrpläne sind halt anders, es wird anderes gelehrt oder später. Das muss noch nicht automatisch schlecht sein. Oder, wie ein Poster postet, gibt es in den südostasiatischen Ländern einfach mehr Mathestunden pro Woche.
Zitat:
Österreich gehört mit einem Minus von 26 Punkten neben Tschechien (minus 55 Punkte) zu den einzigen zwei Ländern, bei denen sich die Leistungen "ganz erheblich" verschlechtert haben.
pantywaist - 10. Dez, 08:41
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