Gesellschaft - Rück- und Ausblick
Ok, hiermit wird wieder eine neue Kategorie begonnen.
Es wird vor allem um diverse gesellschaftliche Entwicklungen gehen, ein prominenter Aspekt wird der Kriminalität gelten.
Hier wieder ein paar frühere Beträge aus http://forum.kortz.at dazu:
Vom 12.05.2006:
Zitat:
Prostituierte aus Afrika waren die Opfer von zwei jugendlichen Räubern. "Die interessieren niemanden, sie erstatten auch keine Anzeige, weil sie illegal in Österreich leben", begründeten sie ihre Wahl.
Vom 22.10. 2008:
Aus der heutigen Presse:
Zitat:
„Die Umstände, unter denen Roma in Europa leben, sind für das 21. Jahrhundert inakzeptabel.“ Diese vernichtende Bilanz zieht der Vorsitzende der EU-Kommission, Jos´e Manuel Barroso.
Zitat:
Die Spitze des Eisbergs sind die jüngsten Entwicklungen in Italien, wo Daten von Roma gesondert erfasst werden, oder Entwicklungen in Rumänien, der Slowakei oder der Tschechischen Republik: Hier haben Bürgermeister durchgesetzt, dass um Roma-Siedlungen eine Mauer gezogen wird. Viele dieser Viertel, in denen überwiegend Angehörige dieser Volksgruppe leben, rufen bei Besuchern Bilder von Slums in den ärmsten Ländern derWelt in Erinnerung.
Zitat:
Als er [P., ein Wiener Nachhilfelehrer, der sich zur Volksgruppe der Roma bekennt] einen Raum für Nachhilfestunden suchte, sagte ihm ein
Schuldirektor unverblümt: „Alle Roma sind ungepflegt und stinken.“
Offenbar hat der Direktor dieses Vorurteil ungeniert verbreitet:
Denn später wird P[.] vom Gespräch zweier Lehrerinnen berichtet, die ebendieses Vorurteil laut ausgesprochen haben.
Vom 4. 11.2008:
Zitat:
Auf den Kärntner Eventmanagers Ingo Krassnitzer haben unbekannte Täter in der vergangenen Woche offenbar einen Anschlag verübt. Laut Dienstagsausgabe der "Kleinen Zeitung" wurden Radmuttern am Fahrzeug Krassnitzers gelockert. Er organisiert einen im Dezember geplanten Auftritt von Dirk Stermann und Christoph Grissemann an der Klagenfurter Universität.
Zitat:
In den vergangenen Wochen hatte es laut "Kleine Zeitung" zahlreiche Drohungen gegen Stermann und Grissemann gegeben, was auch ihr Betreuer von der Agentur Hoanzl, Udo Leitner, bestätigte. Die beiden würden Kärnten in einem Holzsarg verlassen, hieß es beispielsweise.
Zitat:
Mittlerweile hat die Agentur Hoanzl die Absage des Auftritts bekanntgebenen: "Angesichts der aktuellen Umstände halten wir zum jetzigen Zeitpunkt eine Durchführung der Veranstaltung für nicht verantwortungsvoll. Ein Ersatztermin ist vorgesehen", heißt es in einer Aussendung der Agentur. Dirk Stermann und Christoph Grissemann stehen derzeit für keine Interviews zur Verfügung.
Also Drohungen sind ja vielleicht nix Neues, das gab es ja schon oft.
Aber dass echt jemand nur wegen eines Kabarettprogramms, welches (wohl) Jörg Haider nicht pietätsvoll behandelt, gleich eine Aktion setzt die - zumindest potentiell - tödlich enden kann, hat mich dann doch etwas schockiert. Anschläge gegen die Meinungsfreiheit?
Vom 14. 11. 2008
Da das BMJ eine neue Kriminalitätsstatistik herausgegeben hat und ich das Thema prinzipiell spannend als auch relevant sehe, ein eigener Thread.
Die offizielle Kriminalstatistiken gibt es unter
http://www.bmi.gv.at/kriminalstatistik/
beim BMI.
von http://oe1.orf.at/inforadio/98645.html
Zitat:
Zum ersten Mal seit 20 Jahren wurde jetzt erhoben, wie oft rechtskräftig verurteilte Straftäter rückfällig werden und erneut vor Gericht bestraft werden. Insgesamt zeigt sich, dass die Mehrheit der Straftäter nicht noch einmal verurteilt wird. Auch die Zahl der gerichtlichen Verurteilungen generell geht in Österreich stark zurück.
Zitat:
Knapp 37.000 Personen werden in Österreich pro Jahr rechtskräftig verurteilt. Vor 20 Jahren waren es noch doppelt so viele Verurteilte.
Das liegt nicht zuletzt auch am flächendeckenden Einsatz von Diversionsmaßnahmen.
Zitat:
„Die allgemeinen Wiederverurteilungsraten liegen zwischen 45 und 25 Prozent, aber die einschlägigen Rückfallsraten bei Sexualstraftätern liegen nur bei vier Prozent, also extrem niedrig."
so Verena Hofinger.
Zitat:
Geht es um Delikte gegen Leib und Leben, wird jeder dritte verurteilte Täter wieder rückfällig. Bei Eigentumsdelikten landet nahezu jeder zweite Verurteilte wieder vor Gericht. Männer werden häufiger rückfällig als Frauen. Jugendliche haben höhere Wiederverurteilungsraten als Ältere. Ausländer werden seltener wieder verurteilt als Inländer, was auch damit zusammenhängt, dass sie nach einer Verurteilung häufig außer Landes gebracht werden.
Der Orf berichtet über die selbe Statistik ein zweites Mal und kommt zu einem anderen Ergebnis:
http://wien.orf.at/stories/322015/
Zitat:
62 Prozent der von den Strafgerichten Abgeurteilten werden kein zweites Mal verurteilt.
jedoch
Zitat:
Immerhin ein Fünftel der Abgeurteilten wurde im Beobachtungszeitraum allerdings öfter als viermal wieder schuldig gesprochen.
Bei Suchtmittel- und Vermögensdelikten war die Rückfallquote am Größten.
Zitat:
Je geringer die Strafe ausfällt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, neuerlich vor Gericht zu landen - dies lasse sich ebenfalls aus der Statistik ablesen, so die Wiener Kriminalsoziologen Arno Pilgram und Veronika Hofinger.
Sogar die selben Interviewparnter.
Zitat:
74 Prozent der zu einer bedingten Geldstrafe Verurteilten wurden angeblich überhaupt nicht mehr verurteilt, während 35 Prozent der zu unbedingten Haftstrafen neuerlich eine "Unbedingte" ausfassten.
Zitat:
Ein Jahr hatten die Soziologen mit einer Arbeitsgruppe an dem Projekt gearbeitet, das fundierte Grundlagen für zukünftige kriminalpolitische Überlegungen liefern soll.
Es wird vor allem um diverse gesellschaftliche Entwicklungen gehen, ein prominenter Aspekt wird der Kriminalität gelten.
Hier wieder ein paar frühere Beträge aus http://forum.kortz.at dazu:
Vom 12.05.2006:
Zitat:
Prostituierte aus Afrika waren die Opfer von zwei jugendlichen Räubern. "Die interessieren niemanden, sie erstatten auch keine Anzeige, weil sie illegal in Österreich leben", begründeten sie ihre Wahl.
Vom 22.10. 2008:
Aus der heutigen Presse:
Zitat:
„Die Umstände, unter denen Roma in Europa leben, sind für das 21. Jahrhundert inakzeptabel.“ Diese vernichtende Bilanz zieht der Vorsitzende der EU-Kommission, Jos´e Manuel Barroso.
Zitat:
Die Spitze des Eisbergs sind die jüngsten Entwicklungen in Italien, wo Daten von Roma gesondert erfasst werden, oder Entwicklungen in Rumänien, der Slowakei oder der Tschechischen Republik: Hier haben Bürgermeister durchgesetzt, dass um Roma-Siedlungen eine Mauer gezogen wird. Viele dieser Viertel, in denen überwiegend Angehörige dieser Volksgruppe leben, rufen bei Besuchern Bilder von Slums in den ärmsten Ländern derWelt in Erinnerung.
Zitat:
Als er [P., ein Wiener Nachhilfelehrer, der sich zur Volksgruppe der Roma bekennt] einen Raum für Nachhilfestunden suchte, sagte ihm ein
Schuldirektor unverblümt: „Alle Roma sind ungepflegt und stinken.“
Offenbar hat der Direktor dieses Vorurteil ungeniert verbreitet:
Denn später wird P[.] vom Gespräch zweier Lehrerinnen berichtet, die ebendieses Vorurteil laut ausgesprochen haben.
Vom 4. 11.2008:
Zitat:
Auf den Kärntner Eventmanagers Ingo Krassnitzer haben unbekannte Täter in der vergangenen Woche offenbar einen Anschlag verübt. Laut Dienstagsausgabe der "Kleinen Zeitung" wurden Radmuttern am Fahrzeug Krassnitzers gelockert. Er organisiert einen im Dezember geplanten Auftritt von Dirk Stermann und Christoph Grissemann an der Klagenfurter Universität.
Zitat:
In den vergangenen Wochen hatte es laut "Kleine Zeitung" zahlreiche Drohungen gegen Stermann und Grissemann gegeben, was auch ihr Betreuer von der Agentur Hoanzl, Udo Leitner, bestätigte. Die beiden würden Kärnten in einem Holzsarg verlassen, hieß es beispielsweise.
Zitat:
Mittlerweile hat die Agentur Hoanzl die Absage des Auftritts bekanntgebenen: "Angesichts der aktuellen Umstände halten wir zum jetzigen Zeitpunkt eine Durchführung der Veranstaltung für nicht verantwortungsvoll. Ein Ersatztermin ist vorgesehen", heißt es in einer Aussendung der Agentur. Dirk Stermann und Christoph Grissemann stehen derzeit für keine Interviews zur Verfügung.
Also Drohungen sind ja vielleicht nix Neues, das gab es ja schon oft.
Aber dass echt jemand nur wegen eines Kabarettprogramms, welches (wohl) Jörg Haider nicht pietätsvoll behandelt, gleich eine Aktion setzt die - zumindest potentiell - tödlich enden kann, hat mich dann doch etwas schockiert. Anschläge gegen die Meinungsfreiheit?
Vom 14. 11. 2008
Da das BMJ eine neue Kriminalitätsstatistik herausgegeben hat und ich das Thema prinzipiell spannend als auch relevant sehe, ein eigener Thread.
Die offizielle Kriminalstatistiken gibt es unter
http://www.bmi.gv.at/kriminalstatistik/
beim BMI.
von http://oe1.orf.at/inforadio/98645.html
Zitat:
Zum ersten Mal seit 20 Jahren wurde jetzt erhoben, wie oft rechtskräftig verurteilte Straftäter rückfällig werden und erneut vor Gericht bestraft werden. Insgesamt zeigt sich, dass die Mehrheit der Straftäter nicht noch einmal verurteilt wird. Auch die Zahl der gerichtlichen Verurteilungen generell geht in Österreich stark zurück.
Zitat:
Knapp 37.000 Personen werden in Österreich pro Jahr rechtskräftig verurteilt. Vor 20 Jahren waren es noch doppelt so viele Verurteilte.
Das liegt nicht zuletzt auch am flächendeckenden Einsatz von Diversionsmaßnahmen.
Zitat:
„Die allgemeinen Wiederverurteilungsraten liegen zwischen 45 und 25 Prozent, aber die einschlägigen Rückfallsraten bei Sexualstraftätern liegen nur bei vier Prozent, also extrem niedrig."
so Verena Hofinger.
Zitat:
Geht es um Delikte gegen Leib und Leben, wird jeder dritte verurteilte Täter wieder rückfällig. Bei Eigentumsdelikten landet nahezu jeder zweite Verurteilte wieder vor Gericht. Männer werden häufiger rückfällig als Frauen. Jugendliche haben höhere Wiederverurteilungsraten als Ältere. Ausländer werden seltener wieder verurteilt als Inländer, was auch damit zusammenhängt, dass sie nach einer Verurteilung häufig außer Landes gebracht werden.
Der Orf berichtet über die selbe Statistik ein zweites Mal und kommt zu einem anderen Ergebnis:
http://wien.orf.at/stories/322015/
Zitat:
62 Prozent der von den Strafgerichten Abgeurteilten werden kein zweites Mal verurteilt.
jedoch
Zitat:
Immerhin ein Fünftel der Abgeurteilten wurde im Beobachtungszeitraum allerdings öfter als viermal wieder schuldig gesprochen.
Bei Suchtmittel- und Vermögensdelikten war die Rückfallquote am Größten.
Zitat:
Je geringer die Strafe ausfällt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, neuerlich vor Gericht zu landen - dies lasse sich ebenfalls aus der Statistik ablesen, so die Wiener Kriminalsoziologen Arno Pilgram und Veronika Hofinger.
Sogar die selben Interviewparnter.
Zitat:
74 Prozent der zu einer bedingten Geldstrafe Verurteilten wurden angeblich überhaupt nicht mehr verurteilt, während 35 Prozent der zu unbedingten Haftstrafen neuerlich eine "Unbedingte" ausfassten.
Zitat:
Ein Jahr hatten die Soziologen mit einer Arbeitsgruppe an dem Projekt gearbeitet, das fundierte Grundlagen für zukünftige kriminalpolitische Überlegungen liefern soll.
pantywaist - 26. Nov, 08:31
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